#13 Berlin

Blödes Blogbuch,

es ist ein Trauerspiel. Diese Stadt platzt aus allen Nähten, Touristen, Hundehaufen und Zugezogene machen das Leben in der Stadt einfach unerträglich. Der Verkehr ist auch zum Kotzen. Ich bin für eine Teilung. Ist das nicht mal eine neue, frische Idee? Eine hohe Mauer könnte errichtet werden. Sie würde die Innenstadt von den Randbezirken abgrenzen.

In der City feiern dann die Touristen weiter, Hundehaufen und Zugezogene unterstützen sie dabei, während der Rest ruhig und harmonisch in den Randbezirken lebt.

Ich denke, das wäre eine feine Sache, würde dafür ohne mit der Wimper zu zucken, auf die hippen Viertel verzichten. Auch die Kultur könnten die Banausen gänzlich für sich haben. Nur die Ruhe, überlasse ich denen nicht. Die beanspruche ich für mich! Meine ausuferne Feierlaune ist mir abhanden gekommen, auch meines betagten Alters wegen. Wer mit Ende dreißig noch regelmäßig die Clublandschaft unsicher machen muss, der hat was nachzuholen, oder steckt noch in der Pubertät fest.

Sollen sich doch die ganzen zugezogenen Landeier, Kleinstädter und Größenwahnsinnigen mit den Touris herumärgern.

Die können den Idioten dann beim Partymachen behilflich sein, auf deren Kotze herumrutschen und sich dabei ganz toll fühlen, des Berliner Flairs wegen. Den Verwandten und Bekannten erklären sie dann weinend vor Freude, dass sie jetzt echte Berliner seien (und somit besser als die Anderen).

Nein verdammt, dass seid ihr nicht! Und das werdet ihr auch nie… überhebliches Pack!… (sprach der alte Sack und lächelte vielsagend).

Bei dem chronischen Wohnungsmangel können sie sich, in ihrer City,  übereinander stapeln, wie ein überbelegtes Sandwich, für das Allgemeinwohl, dadurch entsteht Platz für noch mehr Touristen und Größenwahnsinnige, die hinzuziehen, während der äußere Rand komplett dicht gemacht wird. Ein paar Außenklos und sanitäre Anlagen werden natürlich bereitgestellt, damit keine Seuchen ausbrechen.

Die Versorgung des Stadtkerns könnte über eine Art Luftbrücke gewährleistet werden.

Durch das planmäßige Abwerfen von lebenswichtigen Gütern wie Rosinen und Drogen wird das Partyvolk bei Laune gehalten. 

Hundehaufen, die nicht schon jetzt in der Innenstadt liegen, werden von außen, mit eigens dafür entwickelten Hundehaufenschleuderapparaturen (sogenannten Kackschleudern) über die hohe Mauer geschossen. Das übernimmt die neu formierte Randjugend. Dabei machen sie sich einen Spaß daraus, einen vor Hochmut anschwellenden Zugezogenen zu treffen, was nicht besonders herausfordernd ist bei der akuten Überbevölkerung der City.

Die Getroffenen schreien dann meist laut fluchend auf, bevor sie heulend und schluchzend in ihr Heimatnest zurückkehren. Ordentlich geteert und gefedert, wie sich das gehört.

Vorher bekommen sie noch ein -gescheitert- auf die Stirn tätowiert, von einem der unzähligen zugedröhnten Touristen, des Berliner Flairs wegen.

Gestochen mit einem glühenden Fadenkreuz.

Extremisten werden für die Straftat eingesperrt und gefoltert. Die völlig unschuldigen, armen, kleinen Extremisten, sind wegen der willkürlichen Brutalität schockiert, die der Stadtrandstaat ausstrahlt. Ungerecht und voll fies, ey! Die Klatschpresse ist begeistert. Einige Zugezogene ziehen daraufhin weiter nach Zossen oder Zeuthen (sicher des Brandenburger Flairs wegen).

Scheiße, was für gemeine Zukunftsfantasien. Gemein sein, ist gemein zu sein und genau nach meinem Geschmack, doch leider läuft es in den Randbezirken dann nicht wie geplant:

Die Randjugend langweilt sich, beginnt die Hundehaufen auch auf ehrbare Bürger des Randes zu schleudern und benimmt sich auch so völlig daneben. Immer diese abgefuckten Kinderlein.

Sperrt sie bloß alle in einen riesigen Laufstall. Dort können sie sich gegenseitig die Hörner abstoßen und werden dann mit Eintritt der Volljährigkeit entlassen. Natürlich im Rahmen einer neuartigen pädagogisch- erzieherischen Methode, des hierzulande völlig unbekannten Prof. Dr. Kindermann- Rinderwahn. Einem Genie unter seinesgleichen.

Alles gerät jedenfalls außer Kontrolle:

Verantwortlich dafür ist natürlich nicht das einzelne Kind, bei so vielen Defiziten, Schwächen und Störungen, die diagnostiziert werden. Die sind Schuld und die Anderen (wie immer).

Kommt alles von ungefähr und ist nicht hausgemacht. Das ist Ausrede genug, da muss sich das Kind auch im Nachhinein nicht für irgendetwas entschuldigen, wofür gibt es einen Freifahrtsschein? Verantwortung für seine Taten braucht ein Kind heutzutage nicht zu übernehmen. Dafür ist es viel zu jung und gestört.

Lasst uns die Kinder doch noch kleiner machen, als sie sind. Können ihnen ja vorsichtshalber Windeln ummachen, wenn sie für den Klimaschutz auf die Straßen gehen. 

Die Muttis beginnen sich schon im Gruppenchat aufzuregen über soviel bitterbösem Sarkasmus, während sie sich gegenseitig überschwenglich Herzen und vor lauter Glück kotzende Emojis schicken. Lawinengefahr!

Die Vatis klopfen sich dabei lautstark im Takt selbst auf die Schultern. Das bekommen sie gerade noch hin. So entsteht ein Pulk, die Zufriedenheit sinkt und Hassparolen werden gerufen. Chaos herrscht, niemand blickt mehr durch, alles wirbelt durcheinander.

Am Ende ist es dem übermäßigen Weichspülerkonsum zu verdanken, dass die Familien wieder zueinander finden. Der Nase nach liegen sie sich in den Armen und drängen schließlich Richtung Innenstadt, um dem Spuk ein Ende zu bereiten und Berlin wieder zu vereinen.

Geplagt von allergischen Reaktionen und Lebensmittelunverträglichkeiten randalieren und plündern sie, während die Mauer abgetragen wird. Stück für Stück.

Die Mauer verschwindet so schnell, wie sie gekommen ist.

Überrascht halten die Randbewohner inne, denn das Bild, das sich ihnen bietet, ist erschreckend:

Die Hundehaufen haben ein Eigenleben entwickelt, während alle Touristen und alle Zugezogenen von einem Wurmloch mitten im Monbijoupark verschlungen wurden. Später hat man ähnliche Wurmlöcher in Zeuthen und Zossen entdeckt. Einheimische Zossener sprechen von einer unaufhaltsamen Invasion Verrückter und es wird laut über den Bau einer hohen Mauer, um die Gemeinde herum,  nachgedacht.

Die Hundehaufen marschieren derweil direkt auf die Randbevölkerung zu, mit Bierflaschen in den Kackhänden (die Spätis wurden kurzerhand überrollt, geplündert und enteignet),  um die Herrschaft über die Stadt zu erlangen.

Berlin stinkt. Im Übrigen auch der Autos wegen.

Die hatten letztlich WAGEN (sexuellen?) Kontakt mit der Hundescheiße. Ein bisher unbekanntes Phänomen, was noch mehr Touristen anlocken und Landeier hinzuziehen lassen wird.

Kacke mit Autos dran… wie originell! Das ist Kunst auf vier Rädern mit Kacke dran. Lasst uns die Autos noch mit weißen Laken abdecken. Das sieht dann seriös aus und sagt alles über unsere Gesellschaft. Dann kann man die Kunstwerke für einen guten Zweck ersteigern und alle sind fein raus, mit Kacke dran.

Sollte nach Zossen ziehen… oder nach Zeuthen… Werd das mal mit Miss Gabbat besprechen, wobei Wurmlöcher ihr zuwider sind.

Die Party kann also weiter gehen… Berlin kackt an!

Es ist ein Trauerspiel.

Ein Auszug aus der Klatschpresse bringt es Tage später auf den Punkt:

…Plan B ist gescheitert! Das Ausland reagiert amüsiert. Der BER wird kurzerhand fertiggestellt. Mit Drohnen aus den USA und Cyberattacken aus Russland. Brandenburg ist das neue Kalifornien, nur Eisenhüttenstadt bleibt Stalinstadt…  äh… Hüttengaudi im Ehemaligengewand… oder so ähnlich…

[Hinweis: Dieser Eintrag entspringt einem kranken Verstand und zerstört sich hoffentlich in 10 Sekunden selbst, sollte es zu Verzögerungen kommen, besteht die Möglichkeit mit einem harten Gegenstand den Bildschirm zu zerschlagen, um den Mist nicht länger ertragen zu müssen. Reiner mag Fisch, ihm fehlt es nur an Fantasie.]