Dreizehn

12. Eine beschwerliche Reise durch meinen Kopf oder die Realität hatte mich für ein müdes Augenzwinkern wieder

 

Die Augen bleiben zu, trotzdem sehe ich klar. Fühle. Fühle mich leer, ausgebrannt. Meine Glieder schmerzen und ich muss aufstoßen. Der Kehlkopf brennt, ein brennender Klos, der festzusitzen scheint. Das Sprechen ist dadurch gelähmt. Saurer Magensaft steigt und fällt, wie der Meeresspiegel mit den Gezeiten, in meinem geschundenen Hals.

Die Schleimhäute sind permanent gereizt, wie das Holz eines Segelschiffs vom Salzwasser. Der Bauch grummelt, übelriechende Luft entweicht unter knatternden Geräuschen aus dem Ende des Darms, fast in regelmäßigen Abständen. Die Augen wirken müde, sehnen sich nach Schlaf. Auch die dunklen Ringe darunter zeugen von Mangelerscheinungen. Eine Welle der Ohnmacht erbricht auf mich, ausgelöst durchs Denken.

Durchs Denken an die Zukunft, unerledigte und nicht verarbeitete Dinge, welche schnell erledigt und verarbeitet werden müssen.

Ein Druck entsteht, der Brustkorb ist gefangen, in Einzelhaft, isoliert. Unerklärliche Angst und Trauer im Hinterkopf, lastet zusätzlich auf all dem.

Der Körper steht unter Spannung, ich bin reizbar, das merke ich deutlich. Keine Zeit, für nichts.

Ein wandelnder Schöngeist ohne Kunst und Literatur. Überforderung fordert ihren Tribut. Dieser scheint in diesem Augenblick ziemlich hoch zu sein. Fast unbezahlbar.

Das trübe Wetter mit wolkenbehangenem Himmel passt zur Gemütslage. Melancholie umhüllt den Geist, die Seele leidet.

Die blutunterlaufenen Augen noch immer geschlossen, sehne ich mich danach, sie ein weiteres Mal schließen zu können. Diese schnelllebige, hektische Welt (um mich herum), für einen kurzen Moment zu vergessen. Das wäre in der Tat, in diesem trostlosen und beschissenen Augenblick, mein sehnlichster Wunsch.

Meine Kopfdecke beginnt zu kribbeln. Das Gefühl, welches mich nun quält, ist zu vergleichen mit einem durch über eine gewisse Zeitspanne entstandenen Taubheitsgefühl des Hinterteils, nachdem man über Stunden hinweg auf einer schlecht gepolsterten Bank gesessen hat, nur um Disziplin und Anstand zu demonstrieren.