Eins

Vorweg

Aus den Untiefen des Kellergewölbes habe ich das eingestaubte Manuskript dieser total bescheuerten Geschichte, dieser Reise, eigenhändig hochgetragen. Schweißperlen machten es sich auf meiner Stirn gemütlich. Trojaner und andere indigene Völker schienen mich heimlich zu beobachten. Was hat mich nur geritten?

Auf das erste Überfliegen der vor Jahren verfassten Texte, folgte die Ernüchterung. Befremdlich das Ganze, völlig verdreht und absonderlich. Totaler Bullshit. Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto weniger blickt man durch. Was mag nur in meinem Kopf gehaust haben? Haust es dort immer noch? Angst, Beklemmung und ein unnachahmlicher Druck machte sich in mir breit. Nachdem ich kräftig gepupst hatte, waren meine Gedanken wieder frei und ich öffnete umgehend  das Fenster. Was ich dort zu sehen bekam überstieg mein Vorstellungsvermögen um Längen. Ein Vogel. Mein Vogel.

Einzelkinder sind mir grundlegend suspekt, ich selbst bin eines…

Ich werde natürlich mit Vergnügen das Zeug hier veröffentlichen, den Troll nochmals zulassen, auch wenn es  mir endgültig den Verstand rauben sollte. Reiner Sturkopf, könnte man meinen. Meinungen haben mich noch nie interessiert. Ich bin der Reiner.

Mein alter Kumpel Reiner Zeitvertreib hilft mir netter Weise beim Überarbeiten des Manuskripts. Ja, wir haben zufällig den gleichen Vornamen. Reiner, Dieter, Uwe, Manfred, Horst… Das sind halt Namen, die nie aus der Mode kommen, dafür klingen sie einfach zu sexy. So wie Chlamydien. Männer mit diesen Vornamen laufen mit stolzgeschwellter Brust umher, oder kriechen elendig- volltrunken und auf allen Vieren durch die schmuddeligen Eckkneipen der Hauptstadt, jene wenigen Spelunken, die noch übriggeblieben sind und nicht durch Szenetreffs für Hinzugezogene, verdrängt wurden.

Keiner kann sich seinen Vornamen aussuchen, (R)einer schon: Auf norwegisch werde ich übrigens Ragnar gebrüllt. Ragnar Outsider.

Im Regen auf Abwegen

(oder auch: Wirklich Unwirklich oder einfach nur Surreal, jedenfalls ziemlich abgedreht und anspruchslos, jedoch meist heiter, teils wolkig und gelegentlich regnerisch) von Ken- Reiner Keiner

Übersetzung aus dem Reinerschen: Peter Plan- Los; Peter Lauf;  Peter- René Dochmann

 

[Anmerkung: Leider darf ich aufgrund des Urheberrechts keine Liedtexte verwenden, was ich im Manuskript ständig getan habe. Diese muss ich nun leider weglassen, auch wenn sie ein essentieller Bestandteil waren. Das bedauere ich sehr. Musik kann so viele Emotionen widerspiegeln und ist ein treuer Begleiter. Sie gibt mir Hoffnung und Kraft, so wie Karottensaft.]